Bei einer Fotokamera wird standardmässig ein Kameragurt mitgeliefert, der meistens das Logo des Herstellers und teilweise sogar noch die Modell-Bezeichnung enthält. Bei kleinen Kameras kann es auch mal nur eine Handschlaufe sein. Ein Gurt bzw. Bändel mit Logo ist nicht jedermanns Sache. So sieht man immer öfters neutrale Gurte. Diese erfüllen dann nicht nur den ursprünglichen Zweck (das Tragen der Kamera), sondern sind auch ein stylisches Accessoire. Deshalb habe ich einen Kameragurt aus Leder des Schweizer Onlineshops Rothirsch.com getestet. Dieser robuste «Camera Leather Strap» ist natürlich nicht für den Profi-Einsatz geeignet, sondern eher für den Freizeitfotografen oder den Stadtbummel. Aus diesem Grund habe ich mal wieder eine Kompaktkamera hervorgeholt. Beim Entstauben und Suchen des Ladegeräts und der SD-Karte wurde mir bewusst, wie lange ich die schon nicht mehr gebraucht hatte. Offenbar ein Zeichen, dass ich zu wenig in die Ferien fahre…?!

Randbemerkung: Vor einigen Jahren machte der «Sun-Sniper-Strap» der Firma Sunbounce von sich reden und wurde in der Folge des Öfteren kopiert oder nachgeahmt. Die Bezeichnung «Sniper» rührt daher, dass die Kamera auf Hüfthöhe getragen und vergleichbar mit einer Pistole blitzschnell gezogen wird, um «drauflos zu schiessen». Speziell daran ist vor allem, dass die Kamera am Stativgewinde befestigt wird, wodurch sie beim Tragen zwar nach unten zeigt, aber für die Bedienung mit nur einer Hand die optimale Position hat und sehr schnell einsatzbereit ist. Dieser Gurt wird durchaus auch mal bei Profi-Fotografen gesehen, etwa bei Reportage-Einsätzen, wo mit zwei Kameras gearbeitet wird und schnell gewechselt werden muss (oder nur eine Hand zur Verfügung steht).
Bestellung, Lieferung, Montage
Die Bestellung beim Onlineshop Rothirsch.com ist unkompliziert, die Lieferung schnell und zuverlässig. Geliefert wird der Gurt in einem roten Sack, dazu gibt es eine Postkarte von Rothirsch. Sofort steigt der angenehme Duft von echtem Leder in die Nase! Der Ledergurt hat zwar auch ein kleines Logo eingestanzt. Dieses ist aber kaum sichtbar und liegt beim Tragen ungefähr auf der Schulter. Um den Gurt an der Kamera zu befestigen, muss er erstmal in zwei Teile geteilt werden. Diese sind – ähnlich wie bei einem Hosengurt – mit einer Schnalle verbunden, die auch gleichzeitig dazu dient, die Länge einzustellen. Die Schlaufen an beiden Enden werden dann mit den Haken auf der Seite der Kamera verbunden, und der Gurt wird wieder zusammengesetzt. Am Schluss kann noch eine kleine Schulterpolsterung an die richtige Stelle gezogen werden – und fertig ist die Montage. Anfänglich war ich etwas überrascht und skeptisch gegenüber den kleinen Schlaufen zur Befestigung. Allerdings rufe ich hier in Erinnerung: Der Gurt ist nicht für eine schwere Profi-Kamera gedacht. Für die Anwendung mit einer kleinen, «normalen» Kompaktkamera ist dieses System aber geradezu ideal!
Trageart und Praxistest
Von der Trageart her gibt es eigentlich zwei Möglichkeiten: Quer über den Oberkörper oder einfach gerade über die Schulter hängen lassen. Wird er quer getragen, ist der Halt viel besser, die Länge des Gurts aber etwas knapp. Das dürfte jedoch vor allem an meiner Körpergrösse (fast 1.90 Meter) liegen und gilt nicht für jedermann/-frau. Für den Einsatz, also das Foto-machen, wurde es bei mir wegen der Grösse leicht eng, weil man ja bei kompakten Kameras meistens über das Display fotografiert und nicht in den Sucher guckt. Doch wahrscheinlich liegt es primär an meinen langen Armen, dass der Bewegungsspielraum etwas eingeschränkt war. Bei der geraden Tragart über die Schulter ist die Länge des «Leather Straps» natürlich überhaupt kein Problem. Dafür rutscht der Gurt vielleicht mal über die Schulter, aber dieser Umstand trifft natürlich generell auf alle Kameragurte zu.
